Start BULIMIE ᐅ Risiko und Folgen! Symptome früh erkennen, sonst..

BULIMIE ᐅ Risiko und Folgen! Symptome früh erkennen, sonst..

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Von Bulimie sind in Deutschland rund 600.000 Menschen betroffen. Diese Essstörung wird in den meisten Fällen nicht im Frühstadium erkannt. Was genau steckt hinter der Ess-Brecht-Sucht und wodurch wird diese Erkrankung ausgelöst? Wir haben uns nachfolgend näher mit dem Thema auseinandergesetzt und informieren über Ursachen, Folgeerkrankungen sowie Therapiemethoden.

Was ist Bulimie? – Definition

Der Begriff Bulimie stammt aus dem altgriechischen und kann wörtlich mit „Ochsenhunger“ oder „Stierhunger“ übersetzt werden. Auf Englisch wird die Erkrankung als Bulimia bezeichnet. Bei dieser Essstörung handelt es sich um einen übersteigerten Appetit sowie eine übermäßige Nahrungsaufnahme.

Bei dieser Erkrankung kommt es zu Essanfällen, nach denen Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, exzessiver Sport oder Abführmittel vorgenommen werden, um eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Was passiert bei Bulimie im Körper?

Menschen, welche an Bulimie erkranken, erleiden häufig auftretende Essanfälle und nehmen in kürzester Zeit so viele Kalorien wie möglich zu sich. Die Heißhungerattacken können nicht kontrolliert werden. Bulimiker schämen sich häufig für ihr Essverhalten und versuchen, die Fressanfälle zu verheimlichen. Um die Kontrolle über ihr Gewicht zu behalten, unternehmen Betroffene nach den Essanfällen in der Regel Gegenmaßnahmen.

Hierbei handelt es sich um

  • Erbrechen
  • Entwässerungs- oder Abführmittel
  • Exzessiver Sport
  • Einläufe
  • Strenges Fasten

Die Erkrankung kann in schlimmen Fällen zum Tod führen. Darüber hinaus kann Bulimie weitere schwere gesundheitliche Folgen haben. Diese Essstörung kann den Magen-Darm-Trakt sowie das Kreislaufsystem nachhaltig schädigen.

Wie viele Menschen sind davon betroffen?

Schätzungen zufolge erkrankt von 100 Menschen etwa jeder ein- bis zweite im Laufe des Lebens an Bulimie. Einzelne Symptome dieser Essstörung können allerdings bei etwa 5 von 100 Menschen auftreten.

In den meisten Fällen sind Frauen und junge Mädchen von dieser Erkrankung betroffen. Rund 90 von 100 Betroffenen sind Mädchen und Frauen, die an Bulimie leiden. Die Essstörung kann allerdings auch Männer betreffen.

Ursachen – Wie bekommt man Bulimie?

Bulimie hat eine Reihe von Ursachen. Kommt es zum Ausbruch der Krankheit, wirken in der Regel mehrere Faktoren zusammen. Bis heute ist noch nicht genau geklärt, weshalb ein Mensch an dieser Essstörung erkrankt.

Zu den Risikofaktoren gehören

  • Familiäres Auftreten (genetische Veranlagung)
  • Biologische Faktoren
  • Minderwertigkeitsgefühl
  • Zu hoher Leistungsdruck
  • Schlechte familiäre Einflüsse
  • Falsches Schönheitsideal
  • Schlechtes Selbstbild

Häufig haben Menschen, die an der Essstörung Bulimie leiden, ein gestörtes Selbstbild. Hierbei besteht zwischen dem tatsächlichen „Ich“ und dem gewünschten „Ich“ eine tiefe Kluft. Betroffene machen das eigene Selbstwertgefühl zudem oft von der Figur abhängig. Das schlanke Ideal wird angestrebt und entweder durch massive Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme oder durch Erbrechen erreicht. Durch enorme Selbstkritik stehen Bulimiker zudem unter starkem Leistungsdruck. Die Fressanfälle können diesen Druck für einen kurzen Zeitraum lindern.

Der Umgang mit dem Essen innerhalb der Familie kann ebenfalls ausschlaggebend für das Krankheitsbild sein. Auslösend kann dabei sein, wenn das Essen als Ablenkung, Belohnung oder zur Entspannung dient. Aber auch gezügeltes Essverhalten kann problematisch sein. Darüber hinaus kann die Ursache für Bulimie im Mangel an Wärme, Zuwendung oder Anerkennung in der Familie liegen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen mit Bulimie weniger Serotonin, auch als Glückshormon bekannt, produzieren. Betroffene versuchen, negative Gefühle durch übermäßige Nahrungsaufnahme auszugleichen. Eine weitere Ursache für Bulimie kann eine erbliche Veranlagung sein.

Wer ist besonders gefährdet?

Prinzipiell sind junge Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren besonders gefährdet, an dieser Essstörung zu erkranken. Ebenfalls risikobehaftet sind Menschen, die sich über ihre Figur definieren, wenig Selbstbewusstsein haben, sich häufigen Diäten unterziehen und zu wenig Unterstützung vom sozialen Umfeld erhalten.

Darüber hinaus gehören bestimmte Berufsgruppen, welche hohe Anforderungen an Gewicht und Figur haben, z.B. Tänzer, Model oder Stewardess, zu den Risikofaktoren einer Bulimie.

Anzeichen und Symptome – Wie erkennt man Bulimie?

Von Bulimie betroffene Menschen haben in der Regel ein geringes Selbstwertgefühl und leiden an depressiven Verstimmungen. Je nach Schwere der Erkrankung können Betroffene Symptome von Medikamentenmissbrauch oder anderen Substanzen wie zum Beispiel Alkohol zeigen.

Darüber hinaus kann eine Bulimie an den folgenden Symptomen erkannt werden:

  • In der Öffentlichkeit wird nach Möglichkeit nicht gegessen
  • Die Nahrungsmittelaufnahme erfolgt heimlich
  • Betroffene kennen sich in der Regel äußerst gut mit Kalorien, Kohlenhydrate oder Fette in Lebensmitteln aus
  • Kalorien werden ständig gezählt
  • Es werden große Mengen billige, ungesunde und kalorienreiche Nahrungsmittel gekauft
  • Das Geldausgeben für Lebensmittel kann bis hin zur Verschuldung reichen
  • Nahrungsmittel werden gehortet oder versteckt
  • Betroffene nehmen Abführmittel oder Entwässerungsmedikamente ein
  • Gesteigerter Bewegungsdrang bis hin zum exzessiven Sport
  • Schwellung der Speicheldrüsen

Bulimie Bilder

Wir haben im Rahmen unserer Recherche einige Fotos von Betroffenen, an Bulimia erkrankten Menschen zusammengetragen. Die Vorher Nachher Ergebnisse sind dabei wirklich extrem.

Quelle: heftig.de/vorher-nachher-essstoerung/

Erfahrungen mit Bulimie

Eine YouTuberin hat sich mit dem Thema Bulimie beschäftigt und ein Aufklärungsvideo dazu gedreht, welches wir persönlich sehr gut finden und Ihnen nicht vorenthalten möchten. In diesem Video erzählt sie ungeschönt vom Alltag mit Bulimie aus ihrem eigenen Leben:

Bulimie Test – Habe ich Bumilie?

Wie unsere Nachforschungen gezeigt haben, gibt es im Internet einige Selbsttests. Diese Tests bestehen aus einer Reihe von Fragen, welche wahrheitsgemäß beantwortet werden sollten. Im Ergebnis lässt sich eine Gefährdung feststellen.

Sollten Sie die Befürchtung haben, dass Sie oder eine Ihnen nahestehende Person an Bulimie erkrankt ist, sollten Sie den behandelnden Arzt aufsuchen. Die Selbsttests können lediglich richtungsweisend sein.

https://www.therapie.de/psyche/info/test/weitere/essstoerungen/

https://www.anad.de/essstoerungen/selbsttest/

Bulimie Folgen

Die Folgen einer unbehandelten Bulimie können zu langfristigen Gesundheitsschäden führen.

Hierzu gehören

  • Herzrhythmusstörungen durch den Verlust von Mineralien und Flüssigkeit
  • Plötzlicher Herztod im Extremfall
  • Muskelkrämpfe
  • Muskelschwäche
  • Verstopfung
  • Kreislaufstörungen
  • Mangelnde Konzentration
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Innere Unruhe und Lustlosigkeit

Darüber hinaus können Schäden an den Zähnen (Karies), Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen, Verätzungen des Rachens und der Speiseröhre, Entzündung der Bauchspeicheldrüsen sowie Erschlaffung des Mageneingangs mit Sodbrennen eine Folge des Erbrechens sein.

Bulimie Hilfe – Behandlung und Therapie

Je früher eine Bulimie behandelt wird, desto deutlicher können Verbesserungen der Symptome erzielt werden. Auch eine Heilung ist möglich.

Eine Bulimia wird mit einer Psychotherapie in Einzel- oder Gruppensitzungen vorgenommen. Hier lernen die Betroffenen, wieder normal zu essen. Es werden allerdings ebenfalls Faktoren thematisiert, die zu der Erkrankung geführt haben. Zusammen mit den Betroffenen erarbeiten die Therapeuten bestimmte und individuelle Strategien, die einen Rückfall verhindern sollen. Eine Therapie kann ambulant sowie stationär erfolgen.

Trotz erfolgreicher Behandlung kann es zu jedem Zeitpunkt zu einem Rückfall kommen. Aus diesem Grund ist die Nachsorge von großer Wichtigkeit.

Forum – Austausch mit anderen

Ein Austausch mit anderen Betroffenen kann bei diesem Krankheitsbild von Vorteil sein und zu einer unterstützenden Heilung beitragen. Auf diese Weise erfahren Betroffene, dass sie mit der Krankheit nicht allein sind. Es werden soziale Kontakte aufgebaut und Erfahrungen könnne ausgetauscht werden.

Darüber hinaus kann ein Austausch in einem Forum mit anderen Betroffenen für Motivation und Durchhaltevermögen sorgen. 

Häufige Fragen zu Bulimie

Nachfolgend haben wir die häufigsten Fragen zum Thema Ess-Brech-Sucht zusammengefasst und beantwortet. Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, können Sie uns diese selbstverständlich gerne anonym per Email zukommen lassen. Wir werden sämtliche Fragen so schnell wie möglich beantworten. 

Ab wann hat man Bulimie?

Die Bulimia entsteht nicht von heute auf morgen, sondern hat einen schleichenden Prozess. Von großer Wichtigkeit ist, die ersten Anzeichen zu erkennen und Hilfe aufzusuchen.

Bei den Symptomen handelt es sich um

  • Heißhungerattacken
  • Allein Essen aus Scham
  • Gegenmaßnahmen nach den Fressattacken ergreifen wie Erbrechen oder Abführmittel
Wie lange kann man mit Bulimie leben?

Bulimie endet nicht immer tödlich. Insbesondere diejenigen, welche sich schnell Hilfe suchen, haben gute Aussichten auf Heilung.

Wie gefährlich ist Bulimie?

Bulimie kann lebensgefährlich werden. Durch den Mineralstoffmangel und den Flüssigkeitsverlust kann eine Herzschwäche und sogar der plötzliche Herztod eintreten.

Wo liegt der Unterschied zwischen Bulimie, Magersucht und Binge Eating?

Zwischen Bulimie, Magersucht und Binge Eating gibt es gravierende Unterschiede:

Magersucht: Magersüchtige empfinden sich selbst immer als zu dick und verweigern in der Folge das Essen, bis kaum noch Lebensmittel zu sich genommen werden.

Bulimie: Es kommt zu Essanfällen von großen Mengen fett- und zuckerhaltiger Nahrung. Danach steuern Betroffene durch Erbrechen, Abführmitteln und ähnlichem gegen, um nicht zuzunehmen.

Binge-Eating: Bei dieser Erkrankung kommt es zu unkontrollierten Essattacken. Betroffene sind häufig übergewichtig, ergreifen allerdings keine Gegenmaßnahmen nach den Fressattacken wie zum Beispiel Erbrechen oder Abführmittel.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen!

Quellenverzeichnis